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Pädagogisches Konzept

Auszug aus dem PÄDAGOGISCHEN KONZEPT der August-Hermann-Francke-Kita in Detmold in der Trägerschaft des Christlichen Schulvereins Lippe e. V.

Hier können Sie das Pädagogische Konzept als Broschüre downloaden.

Kindergarten und Grundschule unter einem Dach“

Das Konzept wurde in Anlehnung an das Projekt „Bildungshaus 3-10“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erstellt. Es handelt sich um ein Modell zur engen Kooperation von Elementar- und Primarbereich.

Einleitung

Der Christliche Schulverein Lippe e. V. unterhält zurzeit sechs evangelische Schulen in freier Trägerschaft, weil er sich einem doppelten Auftrag verpflichtet sieht: 

  •  Unsere Bildungseinrichtungen sollen eine Erziehungskonzeption verwirklichen, die auf einem tragfähigen geistlichen Fundament steht, nämlich Jesus Christus und der Bibel.
  • Die uns anvertrauten Kinder sollen eine solide Ausbildung und ein sicheres Fundament für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit erhalten.

Die geistlichen Grundlagen unseres Werkes sind in der Glaubensbasis der Evangelischen Allianz treffend zusammengefasst, welche auch für unsere Mitarbeiter verbindlich ist.

Grundlagen unserer Arbeit

Wir sehen unseren Auftrag darin, die Kinder im Sinne der Bibel und in Übereinstimmung mit den Vorgaben der Verfassung des Landes NRW (Art 7 Abs. 1) zu erziehen: „Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.“ Uns sind alle Familien unabhängig ihrer religiösen Hintergründe willkommen, die diese Grundlagen mittragen wollen.

Wir möchten, dass die Kinder zu Persönlichkeiten reifen, die

  • sich und andere respektieren können,

  • rücksichtsvoll aufeinander achten,

  • Gott kennen und lieben lernen,

  • selbständig ihr Leben bewältigen und

  • verantwortlich und lebensfroh in dieser Welt leben.

Wir möchten den Kindern vom ersten Kindergartentag an das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Bereits im alltäglichen Miteinander im Kindergarten ergeben sich Situationen, die wir durch Gebet, mit Hilfe von Liedern und biblischen Geschichten aufgreifen und vertiefen. Wir möchten, dass die Eltern jederzeit die Gewissheit haben, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind und verantwortungsvoll betreut werden.

Bildungsauftrag des Kindergartens und die Kooperation mit der Grundschule

Durch das KinderBildungsgesetz (KiBiz, § 14), das Schulgesetz (§5) sowie „das Rahmenkonzept zur Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule“ (BASS 12-21 Nr.5) wurden zudem die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit von Kindertagesstätten und Grundschulen geschaffen. Diese wollen wir in unserer Konzeption durch eine gemeinsame inhaltliche und nahe räumliche Gestaltung verwirklichen. Dazu soll der Kindergarten in direkter Nachbarschaft/auf dem gleichen Gelände der August-Hermann-Francke-Grundschule Detmold errichtet werden. Kindergarten und Grundschule befinden sich in gemeinsamer Trägerschaft des Christlichen Schulvereins Lippe e.V.

Kindergarten und Grundschule "unter einem Dach"

Die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule hat zum Ziel, dass

  • ein möglichst gleitender Übergang für die Kinder vom Kindergarten zur Grundschule erfolgt,

  • den Kindern die notwendigen Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches erstes Grundschuljahr ermöglicht wird.

Ein gleitender Übergang in die Grundschule bedeutet, dass die Kinder Räumlichkeiten, Mitarbeiter (hier vor allem die zukünftigen Klassenlehrerinnen), zukünftige Mitschüler und Abläufe in der Grundschule kennen lernen. Dadurch gewinnen sie Sicherheit und Orientierung in dem größeren System Grundschule. Zu einem gleitenden Übergang gehört auch, dass die Kindergartenkinder auf die Anforderungen der Grundschule in verschiedenen Bereichen vorbereitet sind, um das erste Grundschuljahr erfolgreich zu erleben. Grundlegend für das Erreichen dieser Ziele ist ein enger Austausch zwischen den Mitarbeitern der Einrichtungen. Dazu werden gemeinsame Strukturen geschaffen, die eine inhaltliche Zusammenarbeit, auch mit den Eltern, dauerhaft ermöglicht und fördert. Eine fortlaufende Evaluation der Kooperation garantiert die Qualität der Zusammenarbeit.

Die pädagogische Arbeit des Kindergartens

1. Erziehung

Wir möchten dazu beitragen, dass die Kinder Selbstbewusstsein, Selbstverantwortung, Engagement, Mut, Leistungswillen und Einsatz entwickeln. Sie sind im Grundsatz neugierig und interessiert. Das greifen wir auf, indem wir Möglichkeiten anbieten, ihr Neugierdeverhalten zu erproben. Kinder leben ganzheitlich, sie lassen ihre Gefühle zu. Sie erobern sich die Welt mit allen Sinnen. Wir möchten den Kindern in ihrer Kindergartenzeit eine aktive, lebendige, spannende, fantasiereiche und wertvolle Entwicklungszeit schenken.

2. Sozialverhalten

Die Kinder machen im Kindergarten oft ihre erste Gruppenerfahrung außerhalb der eigenen Familie. Sich einfügen, sich an bestehende Gruppenregeln halten, auf andere Kinder Rücksicht nehmen, eigene Gefühle und Bedürfnisse mitteilen, sind oft schwierige Lernprozesse, bei denen wir die Kinder unterstützen wollen. In diesem sozialen Lernen in altersgemischten Gruppen wollen wir in unserem Kindergarten offen sein für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren. Jedes Kind soll seinen eigenen Platz in der Gruppe finden und zu einer selbstständigen Persönlichkeit heranreifen können. Zum Miteinander in einer Gruppe gehören das Schließen von Freundschaften, die Bewältigung von Konflikten, das Reflektieren des eigenen Handelns und das Lernen von- und miteinander. 

3. Religionspädagogik

Unsere religionspädagogische Arbeit findet auf der Grundlage der Bibel statt. Der Mensch ist ein einmaliges Geschöpf Gottes. Er verdankt sein Leben nicht sich selbst. Als Geschöpf Gottes kommt ihm eine unbestreitbare Würde zu. Sie ist nicht abhängig von dem, was der Einzelne zu leisten imstande ist. Daraus folgt, dass jeder Mensch in allen Lebensphasen mit seinen Fähigkeiten, Begabungen und Bedürfnissen akzeptiert und gefördert wird. Als christlicher Kindergarten wollen wir, dass sich gelebtes Christentum in der Wertschätzung des Einzelnen und der Geborgenheit in der Gemeinschaft zeigt.

4. Sprachförderung

Die Förderung der Sprachfähigkeit ist eine der zentralen Aufgaben des Kindergartens. Durch Sprache lernen die Kinder die Welt zu verstehen. Sie ist allgegenwärtiger Teil des Kindergartenalltags beim Spielen, Singen, Malen, Basteln, Turnen usw. Kinder finden und bilden ihre Sprache eigenständig aus, sie brauchen dazu aber einen intensiven Kontakt mit ihren Eltern, Geschwistern und anderen Bezugspersonen. Deshalb wollen wir den Kindern gute Möglichkeiten geben, Beziehungen zu andern Kindern aufzubauen, um dadurch eine Kommunikationsebene zu schaffen. Sprache lernt man nun einmal durch Sprechen. Ein gut entwickeltes Sprachverständnis ist die Basis für erfolgreiche Lern- und Bildungsprozesse, auf Sprache baut alles auf.

5. Mathematische Bildung

Wir vermitteln unseren Kindern Zählkompetenz, indem wir im Alltag Situationen schaffen, in denen sie Vertrautheit und Überblick über den Zahlenraum von 1 bis 20 bekommen. Geometrische Formen, Objekte und Mengen lernen die Kinder im Alltag kennen. Mathematische Fähigkeiten und Kenntnisse werden bewusst zur Lösung von Alltagsproblemen angewendet, wie z.B. beim Aufräumen oder beim Sortieren von Spielmaterialien nach bestimmten Eigenschaften, beim Abwiegen von Zutaten, beim Kochen und Backen oder beim Nachzählen des Geschirrs beim Tischdecken. 

6. Bewegungserziehung

Bewegung und Bewegungserziehung haben für den ganzheitlichen Entwicklungsprozess des Kindes, für seine individuelle, harmonische Persönlichkeitsentwicklung eine ganz fundamentale Bedeutung. Eine Vernachlässigung der Bewegungserziehung führt zu motorischen Defiziten und kann nachhaltige Folgen für die Entwicklung der Persönlichkeit eines Kindes haben.

7. Kreativitätsförderung

Kreativität ist die schöpferische Fähigkeit, Neues zu schaffen. Alle Menschen haben die Anlage, kreativ zu sein. Kinder sind besonders kreativ. Sie können oft wunderbar im Spiel versinken, sich dazu etwas ausdenken. Sie können gerne und eifrig malen oder mit einfachen Dingen etwas basteln. Der Kindergarten ist der Ort, in dem die Kinder Zeit und Gelegenheit haben ihre schöpferischen Kräfte zu entwickeln. Kreativität ist eine Fertigkeit, die Kinder auch üben können. 

8. Musikerziehung

Musik macht Kindern Spaß. Schon Ungeborene reagieren auf musikalische Reize. Die zur Musikverarbeitung notwendigen Nervenbahnen prägen sich deutlich früher aus als die für das Sprechen. Diese „angeborene“ Musikalität verkümmert, wenn sie nicht Gelegenheit, Unterstützung und Ermutigung bekommt. Schon kleine Kinder klatschen z.B. voller Freude zur Musik, wiegen sich im Takt, oder lieben es, wenn ihnen etwas vorgesungen wird. Musik verbessert die soziale Kompetenz, hilft Kindern mit Konzentrationsdefiziten und verstärkt Kreativität und Leistungsvermögen. Musik bietet ein großes Potenzial, um kognitive Leistungen systematisch zu fördern. Nicht zuletzt hat sie auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Sprachentwicklung.

9. Natur und Umwelt

In keinem Alter lernen Kinder so viel und so intensiv über ihre Umwelt wie im vorschulischen Alter. In dieser Entwicklungsstufe finden die ersten nachhaltigen Kontakte mit Flora und Fauna statt. Die Natur ist unsere Lebensgrundlage und ein Geschenk unseres Schöpfers, das wir bewahren müssen. Deshalb wollen wir mit den Kindern die Natur entdecken, aufmerksam machen und staunen über die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt. Wir wollen Umwelt erkunden, Spaziergänge durch das Dorf, die Kleinstadt oder den Stadtteil, durch Parks und Friedhöfe, durch Felder, Wiesen und Wälder machen. Der Kindergarten soll das Basislager für Expeditionen in Gottes Schöpfung sein.

Angebote für Vorschulkinder

Im letzten Kindergartenjahr werden bereits erworbene Fähigkeiten gezielt weiter gefördert. Zur Stärkung des Gruppengefühls finden verschiedene Aktionen nur für und mit den angehenden Schulkindern statt. Zudem schaffen wir ganz bewusst aber auch gemeinsame Zeiten und Förderangebote mit langsamer lernenden Schulkindern, die die Schuleingangsphase in drei Jahren durchlaufen. Insbesondere auch hierin besteht das besondere pädagogische Konzept dieses Projektes „Kindergarten und Grundschule unter einem Dach“. Um die Besonderheit dieser Kooperation deutlich zu machen, prägen wir den Begriff einer Spielschule für diesen gemeinsamen Bereich des Lernens.

Elternarbeit

Die christliche Erziehung in unserem Kindergarten setzt sich später in der Grundschule und den weiterführenden Schulen unseres Trägers fort. Eltern die Hilfe, Anleitung und Orientierung möchten und brauchen, wollen wir beratend zur Seite stehen. Es ist uns wichtig, gemeinsam mit den Eltern auf einem Weg zu gehen, zum Wohle der Kinder und Familien. Wir greifen den Gedanken des Familienzentrums auf, um die Familien in den sich ständig verändernden, besonderen Lebensbedingungen zu unterstützen. Auch hierin zeigen sich wieder die besonderen Möglichkeiten einer engen Kooperation des „Kindergartens und der Grundschule unter einem Dach“, denn von den Unterstützungs- und Beratungsangeboten des Familienzentrums können gleichermaßen die Eltern des Kindergartens wie der Grundschule profitieren. Teilweise sind es ja auch die gleichen Familien.